Bascha Mika und die Feigheit der Frauen- richtiges Buch, falsche Autorin

29 Mai

Ich habe im letzten Post erwähnt, dass ich das Buch von Bascha Mika „Die Feigheit der Frauen“ gelesen habe. So ziemlich jede Zeitung von der FAZ bis zur hinterhessischen Lokalzeitung haben diese „Streitschrift“ rezensiert, vielleicht gibt es auch nichts mehr Neues dazu zu sagen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es war so ein Bisschen wie mein Blog in Buchformat und von einer Frau geschrieben, der man zuhört.

Es gefiel mir, wie sie wetterte und schimpfte, dass Frauen in der Komfortzone Familie oft freiwillig sitzen bleiben und sich dann wundern, dass sie alle Ziele der Emanzipation, die sie sich irgendwann gesetzt hatten, doch niemals erreichen. Es geht natürlich die meiste Zeit um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, und ich gebe ihr Recht, dass viel zu viele Frauen, wenn sie Mütter werden, plötzlich alle Lust an der Augenhöhe verlieren und sich dann so furchtbar beschweren, dass das Leben es ja wirklich gar nicht nett mit ihnen meint.

Das einzige, was mich an dem Buch stört, ist die Autorin. Denn sie ist eben NICHT Mutter, sie hat eben NICHT in der Praxis das Ringen zwischen Job und Kindern gewagt. „Nicht jede Erfahrung muss frau selber machen, um über deren Bedeutung zu sprechen.“ (S.159) In diesem Punkt kann ich ihr allerdings nicht Recht geben. Ich hätte mir niemals vorstellen können, wie sehr dieser Faktor Mutterliebe durch die Venen pulsiert. Wie unglaublich stark die emotionale Bindung gegenüber der eigenen Kinder ist, kann wirklich nur begreifen, wer sie erlebt. Und wie zerrend das gesellschaftliche Bild der „guten Mutter“ auch an denjenigen jagt, die sich dagegen stellen – in der Praxis haut mich das manchmal fast um. Es ist überall, in kurzen, spitzen Nachfragen im Büro, in kleinen Telefonaten mit meinen Freundinnen, in kontrollierenden Blicken anderer Mütter, wenn ich mit meinem Sohn zusammen bin (Erkennt er sie wohl noch?). Es ist oft nicht böse gemeint, manchmal vielleicht sogar bewundernd, aber es ist ein Im-Fokus-Stehen, das zusätzliche Kräfte fordert. Und diese Kräfte muss man neben all den Aufgaben erstmal haben.

Ich empfehle die Lektüre  der „Streitschrift wider den Selbstbetrug“, und würde gerne darüber ins Gespräch kommen. Manche Aussagen der Autorin begleiten mich doch durch so manchen langen Arbeitstag.

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Eine Antwort to “Bascha Mika und die Feigheit der Frauen- richtiges Buch, falsche Autorin”

  1. glücklich scheitern 1. Juli 2011 um 11:10 #

    Habe Dich grade über Mama007 gefunden. Und ebenfalls Bascha Mika gelesen, meine Rezi dazu hier: http://gluecklichscheitern.wordpress.com/2011/06/27/gelesen-bascha-mika-die-feigheit-der-frauen/
    – über weitere Diskussion dazu würde ich mich freuen! LG

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