Geht´s bei der Gleichstellung auch um Männer?

3 Jun

Es kursierte auch in den überregionalen Tageszeitungen, dass Mitte Mai die Gleichstellungsbeauftragte von Goslar abberufen wurde, weil sie in ihrer Arbeit Männer zu sehr in den Fokus gerückt habe.

Für eine Einführung bzw. Auffrischung in die Thematik gibt es erstmal zwei Links: einmal den Artikel aus der Süddeutschen, einmal den aus der TAZ

Ich bin hin- und hergerissen über diese Abberufung. Ich finde es ja sehr angenehm selbstkritisch, wenn Frau Ebeling klarmacht, dass es auch Themen gibt, bei denen Männer ziemlich im Hintertreffen sind (zum Beispiel, was das Sorgerecht nach einer Scheidung angeht), aber anknüpfend an meinen letzten Beitrag muss ich doch sagen: muss sie das für die Männer machen? Dass es in Deutschland kaum männliche Gleichstellungsbeauftragte gibt, liegt doch vor allem daran, dass kein Mann diesen Job machen will. Huch, von den Kerlen hat augenscheinlich niemand Lust, sich den leidigen und kraftraubenden Kämpfen um Gleichberechtigung der Frau zu stellen. Stattdessen brauchen wir also Frauen, die sich den schwachen Männlein annehmen, die im Bildungssystem, Sorgerechtsfragen und Vaterschaftszweifeln so alleine und unterdrückt fühlen?

Irgendwie passt das für mich nicht zusammen.

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5 Antworten to “Geht´s bei der Gleichstellung auch um Männer?”

  1. Klü 9. Juni 2011 um 07:50 #

    Ich denke, jetzt wird’s ein wenig polemisch ;-). Eine Person, die für Gleichstellung beauftragt ist, sollte nicht die Angehörigen des eigenen Geschlechts bevorzugen und die anderen ignorieren, nach dem Motto: Sollen sie doch selbst Gleichstellungsbeauftragte werden. Oft gibt es in einer Institution nur einen solchen Posten, und der kann nicht gleichzeitig von einer Frau und einem Mann belegt werden – dennoch soll Gleichberechtigung auf alle Bereiche ausgedehnt werden und das bedeutet nunmal, dass sowohl den Männern als auch den Frauen mal nachgeholfen werden muss. Das ist deren Job, das ist die Anforderung an ihre professionelle Kompetenz… aber das weißt du sicher alles und willst hier nur ein wenig rumfrotzeln, ich merk das schon 😉

  2. Vreni 17. Juni 2011 um 16:50 #

    Also Frau Ebeling ist nicht so mein Fall. Ich weiß gar nicht , wo ich da anfangen soll einzuhaken. Ich bin auch zwiegespalten und ein Gespräch mit ihr fänd ich mal spannend. Hm.

  3. Angelika 25. Juni 2011 um 09:04 #

    Natürlich geht es auch um die Männer – inspirierende Bücher gibt es dazu von Peter Redvoort (Die Söhne Egalias, Neue Männergedichte).

    Angelika

  4. glücklich scheitern 1. Juli 2011 um 11:14 #

    Also meiner Meinung nach leidet Frau Ebeling an einer noch undiagnostizierten und in psychologischen Kreisen noch nicht bekannten Form des Stockholm-Syndroms. Auf ihrem Blog (http://geschlechterdemokratie.wordpress.com/) kann man das sehr gut nachlesen. Irgendwann, mit etwas Zeit und Ruhe positioniere ich mich mal dazu. Aber ihr Anliegen hat nichts mit ‚Männerförderung‘ zu tun.

  5. Martin 3. Juli 2011 um 12:12 #

    „Junge Frauen haben heute mehr Chancen denn je, die Gleichstellung ist weitgehend erreicht“ (Zitat von Frau Ebelings Homepage)
    Wenn man, auf welchen kruden Pfaden auch immer, erst einmal zu dieser Diagnose gelangt ist, macht es auch Sinn sich um Männer zu kümmern. Und in Verachtung und Verknappung jeglicher sozialer und ökonomischer Realität kommt sie dann irgendwann zum Punkt: „Emanzipation und Selbstbewußtsein sind gelungen, wenn eine starke Frau männerkooperativ sein kann“
    Na dann strengt euch mal schön an, ihr unkooperativen Frauen! (kotz)

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