Selber schuld!

7 Nov

In den öffentlich geförderten Projekten, für die meine Firma so verantwortlich ist, wird die Erstattung von Kinderbetreuungskosten jetzt abgeschafft.

Sie wurde schlicht nicht angenommen.

Klar, die Mamis haben eher Papas, Omas, Opas, Tanten oder andere Babysitter engagiert, um sich fortzubilden und das Angebot, die Sitterkosten erstattet zu bekommen, abgelehnt.

Das zeigt zwar, wie groß das Organisationstalent von Eltern landläufig so ist, aber es zeigt auch, wie wir uns selbst gegenseitig das Wasser abgraben.

Warum?

Weil wir Eltern, zumeist Mütter, so darauf erpicht sind, unsere Kinder unsichtbar zu machen, dass wir uns auch jede politische Schlagkraft nehmen.

Solange Muttis zur Arbeit kommen, obwohl die Kita schon wieder zumacht, solange wir auch abends bis 22 Uhr arbeiten, weil irgendeine entfernte Freundin die Babysitterarbeit übernimmt und wir uns im Zweifel lieber selbst krankschreiben lassen, bevor wir professionelle Kinderbetreuer in unser Betreuungsrepertoire aufnehmen, zeigen wir nur immer wieder: Wir schaffen es auch ohne Hilfe.

Das finde ich grundsätzlich ja ganz toll, aber wir können lange warten, bis es von der Politik für unser Organisationstalent Applaus gibt.

Wenn wir den Finger nicht in die Wunden legen und offen zeigen, dass Kinderbetreuung absolut nötig ist, dass sie politisch mit getragen und mit finanziert werden muss und dass wir Frauen fordern, dass uns organisatorisch geholfen wird, dann sind wir eigentlich selbst Schuld.

Wir verschleiern den eigentlichen Bedarf solange, bis er eigentlich schon fast gar nicht existiert.

Es gibt keine Kitaplätze in deiner Stadt? Ruf die städtische Gleichstellungsbeauftragte an, den Stadtrat oder die Bundeskanzlerin. Mach eine Demo und nimm deine Kinder überallhin mit. LAUT SEIN, anstatt die Jobrückkehr wieder ein Jahr zu verschieben.

Rechte einfordern! Dranbleiben! Aufregen! Hallelujah.

Advertisements

2 Antworten to “Selber schuld!”

  1. thisis 7. November 2011 um 20:49 #

    Ich mag ja etwas sonderbar sozialisiert sein, aber ohne „gekaufte“ Kinderbetreuung könnt` ich mir `nen Strick nehmen. Und ich bin auch gar nicht willens, das alles privat und über Nachbarschaftshilfe/die Freundschaftsschiene/weiss-der-Geier-wie zu organisieren, selbst wenn das ginge…was, wie gesagt in meiner Realität nichtmal im Ansatz möglich wäre. Wie kommt man bitte auf den Gedanken, die Kinder derart wegzusortieren, dass Kinderbetreuung ja nichts kosten darf/keine Fremdbetreuung ist?

Trackbacks/Pingbacks

  1. Ein diffuses Unbehagen…. « mama007 - 9. November 2011

    […] mich an den Blog von gutefeindinnen, in dem wir uns auch ständig selbst ein Bein stellen. Recht hat se! Und solche Aussagen in großen […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: