Mein Auto, meine Oma und ich

14 Feb

Wenn ich mein Auto reparieren lassen muss, dann kostet das Geld. Wenn meine Oma ins Pflegeheim kommt, weil sie nicht mehr alleine leben kann, auch. Das nennt man dann Wirtschaftskreislauf.

Komisch find ich nur, dass jemand, der mein Auto repariert ungefähr das Doppelte verdient als die Person, die meine Oma pflegt. Der Einbau eines Vergasers scheint doppel so viel wert zu sein wie das Waschen meiner Oma. Und die ASU-Überprüfung bringt mehr Wertschöpfung für mein Land als ein püriertes Menü. Das nennt man dann Marktwirtschaft.

Dass es zwischen einem Auspuff, einer Schnabeltasse, dem Geld, was man damit verdienen kann und dem Geschlecht der Person, die das jeweilige Arbeitsgerät gebrauchen kann, einen mehr als signifikanten Zusammenhang gibt, das möchte ich an der Stelle auch nochmals erwähnen.

Das, was da in mir aufsteigt, das nennt man dann Wut.

Ich will nicht in einem Landleben, in dem Omas mit Zündkerzen gegengerechnet werden.

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3 Antworten to “Mein Auto, meine Oma und ich”

  1. Peter 23. Februar 2012 um 12:58 #

    Hmm,

    mit der Pflegekraft magst du recht haben 😦 Jedoch das Unternehmen was hinter der Pflegekraft steht verdient richtig an deiner Oma! So viel ist mal sicher! Deer Handwerker der dein Auto in Ordnung bringt verdient dagegen wieder wenig. Also so kann man es immer wieter gegeneinander stellen. Weiß von meinem Vater, der eine Werkstatt betrieben hatte, dass man auch da nicht unbedingt sich eine goldene Ananas verdient! Er mußte zum Schluss teilweise so viel Werbung machen, dass kaum noch was übrig blieb in der Kasse der Werksatt und das obwohl ösie vernünftige Arbeit ableisteten! Meinst du was solche Werbemaßnahmen verschlingen! Der erfolg dagegen ist echt minimal! Nur ein Portal hat ihm weitergeholfen, alles andere war rausgeschmissenes Geld. Und von seinen Einnahmen musster wiederum auch seine eigene Mutter versorgen. So irgendwie komme ich nciht auf den Punkt hoffe du hast ein wenig verstanden worauf ich hinaus wollte 😦

    LG

  2. manchmalnormal 3. März 2012 um 20:57 #

    Tja, leider hast Du recht.
    Ich arbeite in der Krankenpflege und klar…es gibt genügend Berufe, die noch weniger verdienen als wir…allerdings haben die nicht die Verantwortung für Menschenleben.

    Und trotzdem liebe ich meinen Beruf, liebe ihn jeden Tag aufs Neue und freue mich, wenn Patienten unsere Station wieder verlassen dürfen…und natürlich würden wir uns auch über ein entsprechendes Gehalt freuen 😉
    Aber ich bin glücklich zu denjenigen zu gehören, die morgens/mittags/abends gerne zur Arbeit gehen und das ist schon verdammt viel wert!

    • Maria 15. März 2012 um 08:00 #

      Vielen Dank für deinen Kommentar, denn ich denke, er zeigt das Dilemma nochmals deutlich.

      Das Pflege- und Gesundheitssystem lebt davon, dass Leute ihren Job lieben, dass sie die Begegnung mit Menschen toll finden, dass sie Erfolgserlebnisse für sich entdecken und glücklich sind, wenn sie alten, behinderten oder ganz kleinen Menschen irgendwie helfen können, und dass diese Leute dafür die ganzen Nachteile in Kauf nehmen.

      Ich hatte zwei Hebammen bei der Geburt, die sich das Honorar dann geteilt haben, einfach, weil sie es besser für mich als Frau fanden, dass zwei Begleiterinnen da sind. Das finde ich toll und wunderbar, aber es höhlt den Berufsstand aus und nimmt einen Teil der Schlagkraft.

      „Schön, die würden auch umsonst kommen!“, denkt der Chef und lacht sich ins Fäustchen.

      Das finde ich unsäglich, denn das ist Handel mit der Selbstausbeutungsbereitschaft anderer.

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