Pensionierte Prostituierte

16 Jul

Gestern Abend habe ich eine Doku auf einem dieser neuen ARD-Spartensender gesehen, in der es um Prostituierte geht, die ihren Beruf hinter sich gelassen haben, um entweder in der „soliden Gesellschaft“ (so wird sie von den Huren und den Dokumachern genannt) Fuß zu fassen, oder in Ruhestand zu gehen.

Irgendwie ja klar, aber mir hat der Film nochmals gezeigt, was es heißt, wenn du so stark körperlich arbeitest und dein „Arbeitsgerät“ plötzlich zu alt, verwelkt, unmodern und faltig wird.
Die Frauen, die davon leben, dass ihre Kunden scharf auf sie werden – und das in den wenigen Sekunden, in denen sie an den Damen vorbeiflanieren – und durch diese Bestätigung von außen ihr Geld verdienen, verlieren mit dem Verlust ihrer „Markttauglichkeit“ ja auch gleich die Grundlage jeglicher Selbstbestätigung (sofern man darüber in dem Beruf überhaupt sprechen darf).

In meinem letzten Eintrag habe ich ja Esther Vilar zitiert, dass Frauen Sex ja nichts gegen Sex haben, so lange sie „nichts Besseres“ dabei versäumt, und wieder werde ich echt verdammt sauer, was diese Person da so herumpostuliert hat.

Oh dieser weibliche Körper! Dieses wunderschöne, tragisch-wunderschöne, so oft bekämpfte, verhasste Etwas. So oft im Mittelpunkt, so oft verachtet, so oft gescholten, und dabei so unsäglich verletzlich und zart.

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