Meine Gleichberechtigung

26 Jul

Ich habe das dumpfe Gefühl, ich war, was die Gleichberechtigung mit meinem Partner betrifft, auf dem Holzweg.

Zu lange habe ich mich an den Begriff Gleichberechtigung geklammert wie eine Idiotin. Gleich heißt doch, dass du ein Steak bekommst und ich eines  drei, dass du vierzig Stunden arbeitest und ich auch, dass du die Hälte des Kleiderschranks für deine Klamotten hast und ich die andere, dass du gleich lange mit deiner Mutter telefonierst wie ich mit meiner und gleich oft nach Sex verlangst wie ich.

Ich bin froh, dass langsam aus diesem „gleich“ die Luft austritt, und Platz macht für ein ganz anderes „gleich“.

Endlich kannst du zwei Steaks essen und ich nur eines, endlich bekomme ich mehr Platz in unserem Kleiderschrank, in dem deine Hälfte so überschaubar und meine völlig über alle Maßen gefüllt ist, und endlich komme ich langsam dahinter, dass ich auch mit einer 80%-Stelle noch gleich viel Selbstachtung haben darf wie du.

Vielleicht klingt das für euch, liebe kluge LeserInnen, völlig bescheuert. Ist es wahrscheinlich auch. Egal, ich freue mich jetzt einfach daran, dass ich „gleich“ sein kann – und zwar gleich wie meine Bedürfnisse an das Leben.

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4 Antworten to “Meine Gleichberechtigung”

  1. kraehenmutter 27. Juli 2012 um 17:56 #

    das klingt doch einfach realistisch..?
    und hat wenig mit hetero-norm-partnerschaft zu tun, das gleiche (haha) würde sicher auch auftreten mit jedem anderen menschen, mit dem frau ihr leben teilt.
    ich würde dir sicher auch mehr platz im schrank einräumen, dafür die doppelte menge von dem essen, was du schaffst, aber bei der circa 80%-stelle wären wir gleich.

    • Maria 31. Juli 2012 um 07:11 #

      Naja, ich frag mich einfach, warum mein Partner das so wegsteckt mit den 40 Stunden und ich daran krachen gehe. Er hat doch auch die Doppelbelastung, wie man so schön sagt.

      Das ist für mich schwer zu knacken, ich fühl mich da wirklich wie ein Schwächling.

      Auch wenn ich drei Steaks essen kann 😉 !

      • kraehenmutter 31. Juli 2012 um 18:20 #

        mein ex-partner bricht bei 3 (drei! DREI!)std/woche fast zusammen 😀

        aber es kommt ja auch auf den jeweiligen job an, die eigene verfassung usw…wie ging der spruch mit den schuhen des anderen in denen man/frau 7 meilen laufen soll?
        und hey: unterhält dein partner einen so zeitaufwendigen und enorm erfolgreichen blog wie du? ich glaube nicht..;)

      • Maria 1. August 2012 um 11:12 #

        Ha, den Part mit dem Blog musste ich gleich mal laut vorlesen, so sehr hab ich mich darüber gefreut!

        Abgesehen davon, dass dein Ex-Partner offensichtlich ein sehr außergewöhnliches Verhältnis zu Arbeit und Freizeit hat (hehe), könnte man das Ganze ja auch so interpretieren, dass Frauen vielleicht oft ein etwas ganzheitlicheres Bild von Work-Life-Balance pflegen und nicht all ihre Energie in der Arbeit verpuffen lassen wollen. Sorum betrachtet, klingt das ja eigentlich ganz cool.

        Hm, muss ich mal drüber nachdenken, das wäre doch einen eigenen Beitrag in meinem erfolgreichen Blog wert!

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